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Auslandsmigration

 

Die größte Gruppe hingegen emigrierte ins Ausland, insbesondere in die Bundesrepublik Deutschland. Hidayet Uçar, Abidin Öztürk, Hacı Cinar waren nach Erinnerung von Döne Erdem die ersten, die Mitte der 1960er Jahre in die Bundesrepublik auswanderten. Zu den ersten Auswanderinnen gehörten Hatice Taştan, Nönnü (Gayretlerden), Selver Yıldırım. Zur gleichen Zeit wanderten auch Hüseyin Uyur und Süleyman Koç.

 

In den Jahren 1967 bis 1968 kamen dann Döne Erdem, Fatma Avar, Selver Altınbahar, Sultan Uğur, Makbule und Urhaniye Öztürk sowie Döndü Kurt nach Deutschland. Alle oben erwähnten Personen wurden von der Deutschen Arbeitsagentur angeworben.

 

Sie mussten sich nach Ankara begeben. Hier wurde untersucht, ob sie arbeitstauglich sind. Die als arbeitstauglich eingestuften Personen erhielten eine grüne Karte, die sie berechtigten, an die Arbeitsverwaltung der Türkei zu wenden, um nach Deutschland einreisen zu können.

 

Die Arbeitsverwaltung der Türkei organisierte dann die Einreise der einzelnen Arbeit in die Bundesrepublik.

Die Arbeiter mussten lediglich ihren Pass selbst besorgen. Sie erhielten ihre Fahrkarten und Unterlagen darüber, wo sie sich zu melden haben. Ein Visum gab es Anfang der 1960er Jahre nicht. Mit der grünen Karten und Unterlagen der türkischen Arbeitsverwaltung begaben sich die Männer und Frauen nach Istanbul zum Bahnhof Sirkeci und reisten von dort aus nach München.

 

In München angekommen, wurden sie von den deutschen Arbeitsverwaltungsbehörden in Empfang genommen und in Betriebe und andere Orte umverteilt. Die Fahrkarten waren nur bis zu den Orten gültig, wo sich die Arbeitsplätze befanden. Ihre Aufenthaltserlaubnisse waren mit der Tätigkeit in den einzelnen Betrieben, für die sie angeworben wurden, verbunden.

 

Die dritte Welle der Auswanderung erfolgte Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre nach Deutschland. Zu dieser Zeit wanderten nicht nur angeworbene Arbeitskräfte, sondern auch die Familienangehörigen aus. Die Ehemänner und Kinder der Arbeiterinnen wurden in die Bundesrepublik nachgeholt.

 

Der erste Arbeiter in der Bundesrepublik Deutschland verdiente etwa zwei bis drei Mark die Stunde. Die meisten Arbeiterinnen arbeiteten unter sehr schlechten Bedingungen. Der Kontakt zur Heimat wurde über Briefe und Personen gehalten, die nach Deutschland kamen. Um die Familie in der Heimat wiedersehen zu können, wurden längere Urlaube von mindestens sechs Wochen genommen. Die meisten Arbeiterinnen fuhren von München nach Istanbul, von Istanbul aus dann mit Bussen in ihre Heimatdörfer.

 

Erst Mitte der 1970er Jahre gab es dann Flugverbindungen in anderen deutschen Städten. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es nur Flugverbindungen von Berlin und Frankfurt. In einigen größeren Städten gab ein Mal wöchentlich einen Flug der Turkish Airlines. Die Tickets für diese Flüge wurden in sogenannten Exportunternehmen (eksportçular) besorgt.

 

In dieser Zeit erworben viele Männer ihren Führerschein. Mitte der 1970er begannen einige Familien mit dem Auto in die Türkei zu fahren. Wenn man in dem Dorf Karpinar mit einem Auto angefahren kam, war das ein Ereignis, das die gesamte Dorfgemeinschaft zusammenführte. In anderen

 

Dörfern waren motorisierte Fahrzeuge sehr selten. Man kannte Traktoren, Busse oder Lkws. Fahrzeuge wie Autos, Motorräder oder Fahrräder waren nicht sehr verbreitet.